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Georg Salter |
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Jürgen Holstein
 Pr?miert von der Stiftung Buchkunst Frankfurt am Main und Leipzig ausgezeichnet als eines der sch?nsten B?cher des Jahres 2003 Georg Salter
Bucheinbände und Schutzumschlägeaus Berliner Zeit • 1922 - 1934 Mit Auswahl-Bibliographie zur Umschlag-Literatur Text deutsch - englisch
Einband: Klappenbroschur, Format 28 x 22 cm. Umfang 156 Seiten mit mehr als 180 großformatigen Farbabbildungen von Bucheinbänden und Schutzumschlägen, sowie 75 Einbandrücken.
Gestaltung: Dorén + Köster, Berlin Privatdruck, Berlin 2003 vergriffen / Out Of Print
Vorwort Vorliegende Publikation besteht aus zwei selbständigen Aufsätzen zum Thema Buchumschlag, die ursprünglich als Beiträge für Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie gedacht waren, dort aber aus Platzgründen nicht erscheinen konnten.
Der erste Teil des Buchs präsentiert meine Sammlung buchgraphischer Arbeiten von Georg Salter aus seinen Berliner Jahren (1922 – 1934). Ich habe sie wegen ihrer Schönheit und künstlerischen Qualität zusammengetragen. Mit der Veröffentlichung folge ich wiederholten Aufforderungen von Buchfreunden, die beklagten, daß es bisher keine Möglichkeit gab, sich über Georg Salter zu informieren. Erstmals wird jetzt Salters Entwicklung als Buchkünstler und die Vielfalt seines künstlerischen Werkes sichtbar.
Die Hinterlassenschaft von Salters Tätigkeit in Berlin sind brüchige Buchumschläge, meist auf billige Papiere gedruckt. Nur wenige Exemplare haben überlebt. Die Bücher selbst kann man mit etwas Glück finden, die attraktiven Umschläge jedoch, die Salters Ruhm ausmachen, sind wirkliche Raritäten. Mehr als 150 Bucheinbände und Umschläge werden beschrieben und in Einzelaufnahmen abgebildet. Außerdem werden 75 Buchrücken gezeigt. Zusammen ist das mehr als die Hälfte der von Salter in Deutschland geschaffenen buchkünstlerischen Arbeiten. Eine beachtliches OEuvre, zumal wenn man bedenkt, in welch kurzer Zeit es entstand. Der Umfang ist allerdings auch ein Beleg dafür, wie beliebt Salter bei den Verlegern war und wie sehr seine Arbeiten vom Publikum geschätzt wurden. Um die Authentizität und den Charme der Originale wiederzugeben und nicht eine Vollkommenheit vorzutäuschen, die altersbedingt nicht existiert, wurden die Umschlag-Abbildungen nicht retuschiert.
 John Dos Passos. Der 42. Breitengrad. Roman. Deutsch von Paul Baudisch. Berlin, S. Fischer 1930. 433 S. 206 x 128 mm. Sandfarbenes Leinen mit Dekor in Dunkelbraun und Orange und Umschlag mit farbiger Illustration ?ber beide Deckel. Einband- und Umschlagentwurf von Georg Salter.
|  Bernhard Kellermann. Der Tunnel. Roman. Ungek?rzte Sonderausgabe. 26. - 50. Tausend. Berlin, S. Fischer 1931. 401 S. 186 x 120 mm. Gelbes Seidenleinen mit Titel in Blau und Braun. Umschlag mit farbiger Illustration ?ber Vorder- und R?ckseite. Einband und Schutzumschlag von Georg Salter.
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In den Jahren von 1936 bis 1967 entstand in den USA eine noch weitaus größere Zahl buchgraphischer Arbeiten des Künstlers. Georg Kurt Schauer spricht von "einem gewaltigen Opus, darunter Tausenden von Schutzumschlägen", was vielleicht übertrieben ist. Bei Piet Schreuders (in:The Book of Paperbacks, 1981) ist von etwa 600 Schutzumschlägen die Rede, die Salter für die verschiedenen Verlagshäuser in den USA entworfen hat. Die Kunstbibliothek in Berlin besitzt eine beachtliche Sammlung von Schutzumschlägen aus Salters amerikanischer Schaffenszeit, vermutlich den Großteil seines Werks umfassend. Dank einer Schenkung von Janet Salter Rosenberg gelangte das Konvolut aus dem Nachlaß nach Berlin und wurde dort 1991 ausgestellt. Es besteht aus etwa 900 Andrucken von Buchumschlägen in makellosem Zustand. Über den größten Bestand an Berliner Salter-Umschlägen in öffentlichem Besitz verfügt das Literaturarchiv Marbach mit etwa 120 Arbeiten aus der Sammlung Curt Tillmann.
Im wesentlichen sind es zwei Aufsätze, die bisher über Georg Salters Tätigkeit als Gebrauchsgraphiker Auskunft geben. Der eine stammt von Georg Kurt Schauer, der andere von Eberhard Hölscher. Beide erschienen vor langer Zeit. Hölscher äußerte sich 1930 als Zeitgenosse. Schauers Bericht datiert aus den sechziger Jahren und gibt einen Rückblick auf das abgeschlossene Werk. Beide Aufsätze haben ihre Gültigkeit behalten, weswegen sie hier erneut zugängig gemacht und in Auszügen abgedruckt werden.
 Henri Guilbeaux. Wladimir Iljitsch Lenin. Ein treues Bild seines Wesens. Ins Deutsche unter Mitwirkung von Rudolf Leonhard. Berlin, Verlag Die Schmiede 1923. 174 S. Mit 14 Abbildungen. 235 x 157 mm. Beschriftete Kartonage. Einbandentwurf Georg Salter.
|  Alfred D?blin. Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte von Franz Biberkopf. 41. - 45. Auflage. Berlin, S. Fischer 1931. 528 S. 208 x 132 mm. Lilagraues Ripsleinen mit Balkenverzierung in Blau ?ber beide Deckel und roter Schrift. Umschlag in Blau, Schwarz und Rot auf wei?em Grund. Entwurf Georg Salter.
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Schrift ist ein zentraler Teil bei Salters Umschlaggestaltung. Schriftgestaltung funktioniert nach komplizierten Gesetzen, die dem Laien wie eine Geheimwissenschaft anmuten. Deswegen danke ich Peter Dorén für die erhellenden Erläuterungen in seinem Beitrag "Zwischen Klassik und Moderne. Zur Typographie von Georg Salter in seinen Berliner Jahren".
Über den zweiten Teil meines Buches "Schutzumschlag, Broschur, Einband" ist wenig zu sagen. Wie andere Leute morgens die Zeitung oder Börsenkurse lesen, so bereitet es mir immer aufs neue Freude, Bibliographien zu durchblättern oder Antiquariatskataloge zu studieren. Aus der jahrelangen Beschäftigung mit bibliographischen Nachschlagewerken ist der zweite Teil "Schutzumschlag, Broschur, Einband" entstanden. Es handelt sich um eine Auswahl - Bibliographie, die primär dem Thema Schutzumschlag gewidmet ist. Sie beruht ausschließlich auf Büchern aus meiner Bibliothek.
Jürgen Holstein, Februar 2003
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